Guten Tag

Mit Spannung haben wir alle die Regierungsbildung verfolgt und uns interessiert vor allem der gesundheitspolitische Part.

Die ersten Verlautbarungen bergen die gesundheitliche Versorgung unsere Patienten betreffend keine dramatischen Verwerfungen. Der große Wurf ist es aber nicht. Einen Aspekt mag ich erläutern.  Die Koalition hat sich geeinigt, die Präsenzzeit eines niedergelassenen Arztes von 20 auf 25 Wochenstunden zu erhöhen. Das heißt im Umkehrschluß aber nicht, dass Arzt bisher nur 20 Stunden Dienstzeit hatte. Die Zahl spiegelt allein eine Verwaltungsvorschrift wieder und hat wenig mit der Sprechzeit vpn Ärzten zu tun. Er muß nämlich mindestens 20 h nachweislich für seine Patienten ansprechbar sein für eine volle Zulassung. Ein Hausarzt hat nach einer 4stündigen Sprechstundenzeit etwa 1-2 Stunden an Nachbearbeitung zu investieren, die ganzen Einweisungen, die ganzen sozialen Ergänzungen für die Patienten zu regeln. Dazu kommen, besonders bei uns in der Praxis, eine ausgedehnte Hausbesuchstätigkeit. Wir versorgen über 1.000 Patienten alleine im Hausbesuch im Umkreis von 50 km. Wenn Sie eine Visite in einem Heim, auf einer Station mit 40 Patienten absolviert haben, erfolgen daraus auch nochmal 1-2 Stunden Nachbearbeitungszeit an Dokumentationen u.ä. Dazu kommen Gutachten u.ä. Am Ende summiert sie die Arbeitszeit eines niedergelassenen Hausarztes bei einer vollen Sprechstunde bei 50 bis 60 Stunden pro Woche. Insofern haben die meisten Hausärzte sowieso eine Präsenzzeit von weit über 25 Stunden. Allerdings wollen die Kassen trotz Millardenüberschüssen zwar eine Leistungsausweitung, diese aber nicht bezahlen . Schon bisher werden im Hausärztlichen etwa 8% und im Fachärztlichen 11% allen Tuns am Patienten nicht von den Kassen bezahlt. Übrigens auch im Krankenhaus. Sprich. Das ist genauso, als wenn sie schlicht beim Einkaufen an der Kasse sagen: ich nehme alles mit, aber bezahle nur 90 %. Kritisch könnte es werden, wenn  durch diese Änderung vermehrter Dokumentationsaufwand entsteht, der jetzt schon etwa 1/3  der Zeit   ausmacht.  Damit sind wir bei der letzten heutigen Aussage: Eins der größten Lästigkeiten  für uns Ärzten ist das Riesenärgernis ausufernder Bürokratie und eines kaum zu bewältigenden Dokumentationswahnes. Auch bei den Schwesterntätigkeiten beträgt der Verwaltungs/dokumentationsaufwand  25 und 30 % der Arbeitszeit. Zeit, die wir lieber für unsere Patienten aufbringen würden. Sprich: wenn wir weniger Dokumentations- und Kontrollwahn hätten, bräuchten wir keine gesetzlichen Regelungen auf 20 oder 25 Stunden Präsenzpflicht-Sprechstundenzeit für Patienten .

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